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Unser aktueller Archot(r)ip:

T(r)ip 27, Da liegt der älteste Hund begraben (Bonn-Oberkassel, Nordrhein-Westfalen)

Was erwartet Dich? 

… die älteste bisher in Europa gefundene Bestattung eines Hundes zusammen mit einem Mann und einer Frau.

Fundort der Doppelbestattung mit Hund

Der Bonner Ortsteil Oberkassel liegt zwischen Rhein und dem Bergrücken Ennert, dem nördlichen Teil des Siebengebirges. Der Rhein schnitt vor ca.  750 Tsd Jahren tiefe Einschnitte in das Vulkangestein und formte Terrassen mit steilen Felswänden. Am Fuß einer solchen vegetationslosen, schon von Weitem sichtbaren Felswand legten Menschen vor ca. 14 Tsd. Jahren ein Grab an.

Fundort (heute mit einem roten Ballon gekennzeichnet) vor dem Steinbruch

Seit 1838 wird der Basalt des Ennert abgebaut und so wurde 1914  im Steinbruch Stingenberg bei der Anlage einer Trasse für Loren das spätpaläolithische Grab entdeckt und die Funde in die Universität Bonn gebracht. 

Schon früh ergaben die Untersuchungen dort, dass es sich bei den bestatteten Menschen um eine  25 Jahre alte Frau und einen 35-40 jährigen Mann handelte. Der Mann hatte verheilte Schädel- und Unterarmbrüche und einen entzündeten Unterkiefer. Zu Lebzeiten hatte er nur noch wenige Zähne, die stark abgenutzt und schwarz waren. Seine Muskelfortsätze wiesen auf einen recht starken Körper hin. Isotopenanalysen ergaben 2012 dass die Frau mindestens ein Kind geboren hatte und sich beide überwiegend von Fleisch ernährt hatten, aber auch Süßwasserfische und Muscheln zu sich nahmen. Ihre Kindheit hatten sie in unterschiedlichen Regionen verbracht.

Die Skelette waren mit einer Schicht Rötel bedeckt und mit Beigaben bestattet: ein Schneidezahn eines Rothirsches mit abgeschnittenen Zahnwurzeln, der möglicherweise als Anhänger getragen wurde, der bearbeitete Penisknochen eines Bären, ein 20 cm langer Knochenstab mit herausgeschnitztem Tierkopf; er wird als Haarschmuck gedeutet, da er neben dem Kopf der Frau lag. Ferner fanden sich Teile einer Tierplastik aus Elchgeweih, die wahrscheinlich ebenfalls einen Elch darstellt. Zudem wurde eine für die sog. Federmessergruppen des Spätpaläolithikums typische Pfeilspitze gefunden.

In der Rötelschicht befanden sich auch Hundeknochen, die bis 1986 jedoch einem Wolf zugeordnet wurden. Untersuchungen von 2018 ergaben, dass Knochen von zwei Hunden im Grab lagen. Der eine Hund war ca. 27-28 Wochen bei seinem Tod alt, litt an Staupe und schwerer Parodontitis. Die Forschenden meinten, dass er ohne intensive menschliche Hilfe wahrscheinlich nicht überlebt hätte und seine Krankheit ihn für praktische Zwecke, wie als Jagdhelfer des Menschen, untauglich machte. Die Datierungen aller Skelette (zwischen 12.290 und 11.830 v. Chr.) überlappen einander, sodass die Menschen und der kranke Hund zusammen gelebt und bestattet worden sein könnten. Eindeutig ist das aber nicht. Von einem zweiten, ausgewachsenen Hund stammt ein einziger Backenzahn, der in dem Grab gefunden wurde.

Warum der oder die Hunde sich in dem Grab der Menschen befanden, weiß man natürlich nicht. Sie könnten z. B. eine symbolische Bedeutung gehabt haben. Aus der Tatsache, dass der eine Hund jedenfalls zu seinen Lebzeiten von Menschen gepflegt wurde und nicht als Jagd- oder Wachhund einsetzbar war, kann man jedoch schließen, dass Hunde schon am Ende der letzten Eiszeit nicht nur aus praktischen Erwägungen von Menschen gehalten wurden. Aufgrund dieser Erkenntnis ist das Grab von Bonn-Oberkassel sehr wichtig für die Erforschung von frühen Hund-Mensch Beziehungen. Aber nicht nur deswegen. Denn die DNA der Humanknochen wurde 2022 in einer breit angelegten Studie zu den verschiedenen Bevölkerungsgruppen in Europa während und nach der letzten Eiszeit einbezogen. Die in Oberkassel gefundenen Menschen sind nach dieser Studie die bisher ältesten gefundenen Vertreter der sog. westlichen Jäger und Sammler, die nach 14 Tsd. Jahren vor heute lebten. Sie waren Nachfahren  von Jäger- und Sammlergruppen, die das  letzte Kältemaximum der letzten Eiszeit (um 23.000 Jahren vor heute) in Südosteuropa und Italien überlebten und sich dann nach West- und Mitteleuropa ausbreiteten. Individuen, die das "Oberkassler Erbgut" aufwiesen, hatten eine genetische Disposition für dunklere Haut und helle (grüne oder blaue) Augen. 

Die Bestattungen in Oberkassel lieferten also zahlreiche bedeutende wissenschaftliche Erkenntnisse! Schade, dass das Landesmuseum in Bonn derzeit renoviert wird und wir noch auf die Ausstellung der Skelette dort warten müssen.

Du willst mehr wissen?

über die Evolution und Domestikation von Hunden. Dann schau Dir in der arte mediathek die Dokumentation "War der Hund schon immer der beste Freund des Menschen?" an (Achtung Eltern - nicht alles ist kindgerecht!)

Wie kommst Du hin?

Du startest am besten in Oberkassel am Franz-Kissel-Weg und nutzt von dort aus den Wanderweg G1 (Nücker Felsenweg), der Dich zu einer Hinweistafel vor dem Steinbruch führt. Folge weiter dem Nücker Felsenweg und Du siehst das mit dem roten Ballon gekennzeichnete Grab. Wenn Du dem Weg weiter folgst - es geht mühsam bergauf! - erhältst Du viele Informationen und Erklärungen zur Entstehung des Siebengebirges und zum Steinbruch. Am Ende des Weges kreuzt Du den Rheinhöhenweg, dem Du links folgst und so zum Skywalk gelangst, wo Du mit einer tollen Aussicht auf das Rheintal und sehr guten Informationstafeln u. a. zur Archäologie belohnt wirst. 

Skywalk hoch über dem Rheintal mit fantastischer Aussicht

Der Schmusehund

Lass Deiner Fantasie und Deinem inneren Entdecker freien Lauf! Geh auf Deine Reise in die Vergangenheit und stell Dir vor, was hier vor 14 Tsd. Jahren war: 

Dein Hündchen weicht Dir nicht von der Seite. Nachts schläft es neben Dir am Lagerfeuer und hält Deinen Rücken warm. Dafür nimmst Du auch in Kauf, dass es Dich manchmal heftig tritt, wenn es im Traum Hasen hinterherjagt oder warum auch immer es so heftig strampelt. Tagsüber trippelt es eifrig neben Dir her und hat auch schon gelernt, Dir Dinge zu bringen und sogar zu unterscheiden. Wenn Du ihm sagst, er soll einen Pfeil holen, dann macht er das jetzt und hat nicht mehr den Bogen im Maul!

Du hast noch viel mit Deinem Hündchen vor. Du willst es zu einem Jagdhund ausbilden, der die Elche im Wald stellt, erbeutete Vögel aus dem Wasser holt und im Unterholz Kleintiere aufspürt. Es stammt aus einem Wurf der Jagdhündin Deines Vaters, die sehr schlau und gut ausgebildet ist. Doch ihr hattet einige Bedenken, ob die Jungen ebenso geeignet sind. Denn ihr vermutet, dass die Hündin sich mit einem Wolf gepaart hat, denn alle Welpen dieses Wurfs sehen doch sehr stark wie kleine Wölfe aus. Nun, Du hast durchaus schon von einigen benachbarten Stämmen gehört, dass sie gezähmte Wölfe nutzen, die sie mit ihren Jagdabfällen füttern. Sie bleiben in der Nähe der Menschen und warnen sie beispielsweise mit ihrem Geheul vor Bären, die sich dem Lager nähern. Aber so gerne lernen wie Hunde wollen die wohl nicht - jedenfalls hast Du noch von keinem zahmen Wolf gehört, der auf Kommando einen Stock holen wollte! Und ein Wolf würde Dich auch nicht mit einem einzigen Blick dazu bringen, dass Du ihm gefälligst die leckeren Knochen aus dem Leberbeutel holst, an die er selbst nicht rankommt (oder mit einiger Mühe schon, aber dafür hat er Dich ja als seinen Helfer herangezogen :) 

Ja, Du hast einen tollen kleinen Hund, der schon viel kann. Aber am meisten liebst Du an ihm, dass Du mit ihm kuscheln kannst und er gar nicht genug bekommt, wenn Du seinen Bauch kraulst!

Für Faktenchecker

Neueste genetische Untersuchungen von Hunde DNA zeigen, dass Hunde in Europa am Ende der letzten Eiszeit domestiziert wurden. Aber auch in Asien, der Levante und in Amerika fanden später Domestikationen von Hunden statt. Sicher ist, dass Hunde bereits um 14.000 Jahren v. heute mit Jäger und Sammlern in Europa zusammenlebten. Als Menschen dann von  7300-5500 Jahren v. heute aus dem fruchtbaren Halbmond/der Levante nach Europa kamen und dort Ackerbau und Viehzucht einführten, mischten sich deren Hunde mit den heimischen Hunden der noch als Jäger- und Sammler lebenden Menschen. Völlig anders war es, als die Europäer ab dem 15. Jh. n. Chr. nach Amerika kamen, denn europäische Hunde ersetzten die ursprünglichen, amerikanischen Hunde. Wenn Du mehr zur neuesten DNA Forschung und der Evolution von Hunden wissen möchtest, dann lies Dir die Zusammenfassung/Ergebnisse dieses nature Artikels durch (der Rest des Textes ist was für Genetikfans!) 

Kurz und Knapp

Unscheinbares, aber für die Forschung sehr wichtiges Grab am Fuß eines Steinbruchs 

Den Weg entlang des Steinbruchs wegen herabfallender Steine besser nicht betreten

Kinderfreundlich? Unbedingt!

Leider nicht geeignet

Cafés und Restaurants gibt es in Oberkassel

Es gibt öffentliche Parkplätze am Sportplatz in Oberkassel

Du kannst den Besuch des Grabes mit einer Wanderung auf dem Rheinhöhenweg verbinden

Archot(r)ips zum Download

Wohin soll Deine Zeitreise gehen?

Im Archiv von Archot(r)ip warten Reisen in längst vergangene Welten auf Dich: zu Neandertalern und Höhlenbären, in keltische Städte, etruskische Totenstädte und zu Höhlen mit prähistorischer Kunst.

Finde genau den T(r)ip, der zu Deiner Neugier passt. Geschichte beginnt draußen – Du musst nur losgehen!

Unsere T(r)ips im Überblick:

Thema Eiszeitkunst & Höhlen

T(r)ip 1 – Grotte Chauvet 2 (Ardèche, Frankreich)

T(r)ip 2 – Grotte du Mas-d’Azil (Pyrenäen, Frankreich)

T(r)ip 3 – Grotte de Bédeilhac (Pyrenäen, Frankreich)

T(r)ip 4 – Grotte de Niaux (Pyrenäen, Frankreich)

T(r)ip 5 – Grotte de La Vache (Pyrenäen, Frankreich)

T(r)ip 19 – Grotte de Font-de-Gaume (Périgord, Frankreich)

T(r)ip 20 – Grotte de Bernifal (Périgord, Frankreich)

T(r)ip 21 – Abri de Cap Blanc (Périgord, Frankreich)

T(r)ip 22 – Grotte des Combarelles (Périgord, Frankreich)

T(r)ip 23 – Grotte de Bara-Bahau (Périgord, Frankreich)

T(r) ip 24 Centre International d'Art pariétal Lascaux IV

Thema Kelten in Bayern

T(r)ip 6 – Oppidum Manching (Oberbayern)

T(r)ip 7 – Oppidum Staffelberg (Mittelfranken)

T(r)ip 8 – Geschichtsdorf Landersdorf (Mittelfranken)

T(r)ip 9 – Museum Fundreich (Thalmässing, Mittelfranken)

T(r)ip 10 – Ipf im Nördlinger Ries

Thema Etrusker in Italien

T(r)ip 11 – Vulci (Latium, Italien)

T(r)ip 12 – Cerveteri (Latium, Italien)

T(r)ip 13 – Tarquinia (Latium, Italien)

T(r)ip 14 – Chiusi & Pitigliano (Toskana, Italien)

T(r)ip 15 – Populonia (Toskana, Italien)

Thema Neandertaler in Franken

T(r)ip 16 – Urzeitbahnhof Hartmannshof (Mittelfranken)

T(r)ip 17 - Petershöhle bei Hartenstein (Mittelfranken)

T(r)ip 18 – Hohler Fels bei Happurg (Mittelfranken)

Thema Bestattungen in der Alt- und Mittelsteinzeit

T(r)ip 25 - Balzi Rossi, Ligurien (Italien)

T(r)ip 26 -  Der Mann von Neuessing (Altmühltal, Niederbayern)

Und hier findest Du eine kurze Beschreibung der hot-spots und einen Link zum Download:

Eiszeitkunst

Ardèche, Frankreich

T(r)ip 1 Die Grotte Chauvet 2 (Ardèche, Frankreich) 

Die Grotte Chauvet 2 an der Ardèche ist ein außergewöhnlich gut gelungener Nachbau der berühmten Chauvet-Höhle, deren Original aus konservatorischen Gründen nicht zugänglich ist. Hier begegnest Du einigen der ältesten Höhlenmalereien Europas, entstanden vor rund 36.000 Jahren im Aurignacien.

Die Wandkunst zeigt Tiere mit beeindruckender Präzision und Ausdruckskraft: jagende Löwen, kämpfende Nashörner, Pferde in Bewegung und eine Eule mit nach hinten gedrehtem Kopf. Die Darstellungen vermitteln Tiefe, Dynamik und Perspektive – Fähigkeiten, die das hohe künstlerische Können der eiszeitlichen Menschen eindrucksvoll belegen.

Ergänzt wird der Höhlennachbau durch eine weitläufige Museumsanlage mit der interaktiven Aurignacien-Galerie und anschaulichen Außenstationen. Dieser Archotrip lädt Dich ein, die Anfänge der europäischen Höhlenkunst zu entdecken und in die Bildwelt der frühen Jäger und Sammler einzutauchen.

Pyrenäen, Frankreich

T(r)ip 2 Die Grotte du Mas-d'Azil (Pyrenäen, Frankreich) 

Erlebe eine imposante Durchgangshöhle mit dem rauschenden Flüsschen Arize. Die Grotte du Mas-d’Azil lässt sich zu Fuß vorbei an riesigen Felswänden besonders eindrucksvoll erkunden.

Die prähistorischen Funde der Höhle sind im Musée de la Préhistoire Le Mas-d’Azil ausgestellt. Hier siehst Du Kunstwerke wie z.B. mit Tieren gravierte  Werkzeuge.

Perfekt für alle, die eine Originalhöhle und ihre eindrucksvollen Funde in einem Archotrip entdecken wollen.

T(r)ip 3 Die Grotte de Bédeilhac, Pyrenäen, Frankreich 

Entdecke eine Höhle von enormen Ausmaßen. Teile der paläolithischen Wandkunst gingen durch die Nutzung der Höhle als Werkstatt im Zweiten Weltkrieg verloren, aber heute kannst Du dafür was Besonderes erleben: ein Flugzeug, das für Fernsehaufnahmen in die Höhle geflogen wurde, steht noch dort.

T(r)ip 4 Die Grotte de Niaux, Pyrenäen,  Frankreich

Die Grotte de Niaux in den Pyrenäen zählt zu den bedeutendsten heute noch zugänglichen Höhlen mit prähistorischer Felskunst in Europa. Auf insgesamt mehr als 2 km langen Galerien entdeckst Du eindrucksvolle Höhlenmalereien von z.B. Pferden, Bisons und Steinböcken aus dem Magdalénien. Der Kontrast zwischen dem als modernem Kunstwerk ausgestalteten Höhleneingang und der im Original erhaltenen paläolithischen Kunst im Inneren macht den Besuch einzigartig. Besonderen "Thrill" hat die Besichtigung auch dadurch, dass Du Dir selbst den Weg mit einer Grubenlampe leuchten musst! Den T(r)ip 4 kannst Du in einem Roadtrip mit der Höhle  La Vache (T(r)ip 5) verbinden.

T(r)ip 5 Die Grotte de La Vache, Pyrenäen, Frankreich

In der Grotte de La Vache in den französischen Pyrenäen tauchst Du direkt in den Alltag prähistorischer Menschen ein. Dich erwarten selten erhaltene Arbeitsplätze aus der Steinzeit, an denen rund um Feuerstellen Waffen, Werkzeuge und reich verzierte Kunstobjekte entstanden. Hochwertige Repliken und anschauliche Erklärungen zeigen Dir, wie diese Werkzeuge genutzt wurden. Von der Höhle aus blickst Du auf den in Sichtweite gelegenen Eingang der Grotte de Niaux – ein Hinweis darauf, dass die Menschen, die hier lebten möglicherweise in Niaux  die berühmten Höhlenmalereien schufen. 

Périgord, Frankreich

T(r)ip 19 Die Grotte de Font-de-Gaume (Périgord, Frankreich)

Die Grotte de Font-de-Gaume im Périgord ist eine der bedeutendsten prähistorischen Bilderhöhlen Europas. Hier kannst Du farbige Höhlenmalereien der Eiszeit noch im Original erleben – ein seltener Glücksfall, denn viele vergleichbare Höhlen sind heute geschlossen oder nur als Nachbildungen zugänglich.

Du kannst Malereien und Gravuren entdecken, die zum Teil sorgfältig komponiert sind: Tiere folgen einander, überlagern sich oder sind bewusst perspektivisch angeordnet. Rätselhafte grafische Zeichen ergänzen die figürlichen Motive.

Eine Engstelle im Inneren der Höhle schützte diesen Bereich über Jahrtausende vor Luftveränderungen und trug so zur außergewöhnlichen Erhaltung der Höhlenkunst von Font-de-Gaume bei. Dieser Archotrip lädt Dich ein, die Welt der eiszeitlichen Künstler zu entdecken.

T(r)ip 20 Die Grotte de Bernifal (Périgord, Frankreich)

Die Grotte de Bernifal im Périgord liegt unweit der berühmten Grotte de Font-de-Gaume und bietet eine Höhlenführung der besonderen Art. Die Besichtigung erfolgt in kleinen Gruppen und wird vom heutigen Eigentümer der Höhle selbst durchgeführt – persönlich, unterhaltsam und mit ungewöhnlich viel Nähe zu den prähistorischen Kunstwerken aus Gravuren und Felsmalereien. Am häufigsten begegnen Dir Mammuts, daneben finden sich Darstellungen von Höhlenbären, eingeritzte Hände, ein menschlicher Kopf und zahlreiche grafische Zeichen, darunter auffällige Motive aus vielen kleinen Punkten.

Auch wenn nicht alle Erläuterungen wissenschaftlich fundiert sind, ist der Besuch der Grotte de Bernifal ein intensives Erlebnis. Dieser Archotrip lädt Dich ein, eine weniger bekannte, aber eindrucksvolle Stätte der prähistorischen Höhlenkunst im Périgord zu entdecken.

T(r)ip 21 Abri de Cap Blanc (Périgord, Frankreich)

Das Abri de Cap Blanc im Périgord beherbergt einen der eindrucksvollsten Relief-Friese der eiszeitlichen Kunst. Auf einer Länge von rund 13,5 Metern sind nahezu lebensgroße Tierfiguren in den Fels gearbeitet – darunter Pferde, Wisente und Hirsche. Besonders auffällig ist die dynamische Komposition der Pferde, von denen eines bewusst in die entgegengesetzte Richtung blickt.

Der Fries befindet sich unter einem Felsdach oberhalb des Tals der Beune und war ursprünglich farbig gefasst. Vom Flusstal aus müssen die Figuren schon aus großer Entfernung sichtbar gewesen sein. Archäologische Funde belegen, dass der Platz über Jahrtausende als Lagerstätte genutzt wurde.

Direkt unter dem Fries wurde zudem das Grab einer jungen Frau entdeckt – ein außergewöhnlicher Befund, der dem Ort eine besondere Bedeutung verleiht. Dieser Archotrip lädt Dich ein, einen zentralen Schauplatz der eiszeitlichen Wandkunst des Magdalénien zu entdecken.

T(r)ip 22 Grotte des Combarelles (Périgord, Frankreich)

Die Grotte des Combarelles im Périgord ist berühmt für ihre außergewöhnliche Fülle an Gravuren aus der Eiszeit. Der heute zugängliche Gang, Combarelles I, ist schmal, niedrig und zieht sich über fast 200 Meter durch den Fels. Erst tief im Inneren beginnen die Ritzungen, die zu den faszinierendsten der prähistorischen Kunst zählen.

Zu sehen sind naturalistische Tierdarstellungen – darunter ein besonders lebendig wirkendes trinkendes Rentier – ebenso wie schematische Figuren von Menschen oder menschenähnlichen Wesen. Manche dieser Motive erinnern fast an Comics und lassen viel Raum für Interpretation. Die sich häufig überlagernden Gravuren machen deutlich, dass der Ort über lange Zeit immer wieder aufgesucht und genutzt wurde.

Dieser Archotrip lädt Dich ein, die vieldeutige Bildwelt der Grotte des Combarelles zu entdecken und über die Grenzen zwischen Darstellung, Symbol und Fantasie nachzudenken.

T(r)ip 23 Grotte de Bara-Bahau (Périgord, Frankreich)

Entdecke eine geräumige Höhle mit 26 faszinierenden Gravuren von Tieren und abstrakten Zeichen. Die Felsgravuren wurden teils mit den Fingern in den weichen Untergrund geritzt, teils durch Höhlenbären „bearbeitet“. Sie ist besonders für Höhlenbesucher geeignet, die helle, breite und gut zugängliche Höhlen bevorzugen.

Perfekt für alle, die prähistorische Kunst entdecken, ohne sich in enge, dunkle Gänge quetschen zu müssen.

T(r)ip 24 Centre International d’Art Pariétal Lascaux IV (Périgord, Frankreich)

Erlebe den spektakulären Nachbau der Höhle von Lascaux – die berühmte „Sixtinische Kapelle der Vorzeit“ (Abbé Henri Breuil). Das 2016 eröffnete Museum im Périgord bietet einen detailgetreuen, dreidimensionalen Höhlennachbau der originalen, heute gesperrten Höhle von Lascaux.

Bewundere im Saal der Stiere monumentale Auerochsen, Wildpferde, Hirsche und das rätselhafte „Einhorn“. Entdecke im Diverticule axial das berühmte „fallende Pferd“ und im Schacht die ikonische Szene des Vogelmenschen mit Wisent – ein Meisterwerk der paläolithischen Höhlenkunst.

Multimediale Inszenierungen, moderne Technik und das Atelier von Lascaux IV erklären Maltechniken, Gravuren, Datierung und Symbolik der Altsteinzeit (ca. 20.000 Jahre).

Ein absolutes Must-see für Fans prähistorischer Höhlenmalerei in Frankreich.

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